Interview mit Andreas Affeldt, Leiter BankColleg Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e. V

Ein Blick hinter die Kulissen der Produktion von Lernvideos für das BankColleg.

Hallo Andreas, Du warst für die Erstellung der Lernvideos für den Bankfachwirt zuständig. Bevor wir darüber sprechen, verrate unseren Lesern doch zunächst einmal, was es Interessantes über Dich zu erzählen gibt.

Sehr gerne. Ich habe 10 Jahre in unterschiedlichen Positionen in der Volksbank Eutin gearbeitet. 1992 habe ich bei der ADG meinen diplomierten Bankbetriebswirt absolviert und bin noch im selben Jahr als Dozent an die damalige Raiffeisenschule nach Rendsburg gewechselt. Dort habe ich 1996 den ersten Bankfachwirt angeboten. Daraus ist dann 1997 das BankColleg entstanden. Seitdem ist das BankColleg an mir „kleben“ geblieben. Heute arbeite ich beim Genossenschaftsverband –Verband der Regionen e. V.

Noch ein bisschen Privates. Ich bin verheiratet und habe 2 Kinder im Alter von 20 Jahren (Zwillinge), die gerade jeweils ihr erstes Semester im Studium erfolgreich hinter sich gebracht haben. Ach, ja und ich bin Mitglied im Magischen Zirkel von Deutschland und habe in der Vergangenheit einige Zauberkünstler zu vorderen Plätzen bei den Zauberweltmeisterschaften gecoacht.

Du warst für die Erstellung der 69 Lernvideos, die im Bankfachwirt BankColleg eingesetzt werden, zuständig und verantwortlich. Was kannst Du uns dazu sagen?

Oh, sehr viel. Eine Videoproduktion ist eine ganz große Teamleistung und hängt nicht nur an einer Person. Zunächst muss ein Projektplan erstellt werden, es müssen Drehbücher und Präsentationen vorbereitet und abgestimmt werden, Moderatoren müssen ausgewählt werden und letztendlich benötigt man eine gute Produktionsfirma, die dann die Videos dreht und schneidet. Diese haben wir mit ms. mediaservice gefunden. Zum Abschluss muss dann noch eine Qualitätssicherung vorgenommen werden. Insgesamt lief dieser Prozess über 1,5 Jahre. Das war schon spannend.

Wieso bzw. wie fing das Ganze denn an?

Am Anfang stand die Entscheidung der Akademieleiter der einzelnen regionalen Genossenschaftsakademien. Wir wollten das BankColleg für die „next generation“ attraktiver und virtueller aufstellen und vor allem wollten wir eine Erhöhung unserer Reichweite im social media-Bereich erzielen. Dazu gehören natürlich die Lernvideos, aber auch Instrumente wie Blogs und eTests.  

Wie kam es dann zu der Entscheidung für die Videoproduktion? Und wie läuft so eine Produktion ab?

Wir waren sehr schnell der Meinung, dass es zu den Kernkompetenzen einer modernen Akademie gehören muss, diese Videos selbst zu erstellen. Wir haben uns also gegen einen Fremdeinkauf von fertigen Videos am Markt entschieden.

Am Anfang wird das Drehbuch geschrieben und dazu passend eine PowerPoint-Datei entwickelt. Beides wird dann jeweils durch entsprechende Fachleute Korrektur gelesen. Dabei war ich erstaunt, dass es Fachbuchautoren am Anfang teilweise schwer gefallen ist, sich in dieses Thema hineinzudenken. Überwiegend lag dies wohl daran, dass ein Drehbuch eine ganz andere Didaktik hat als ein Fachartikel. Bei einer komplexen Übersicht in einem Artikel kann der Leser sich die Übersicht länger anschauen. Bei einem Video kann man schlecht sagen: „Schau mal fünf Minuten auf diese Grafik“. Diese muss jeweils einzeln erläutert und parallel animiert werden.

Wenn das Drehbuch fertig ist, ging es dann sofort ins Studio?

Vorher wurden noch die Moderatoren ausgesucht. Am Anfang war es durchaus so, dass ich dachte: „Die oder Der rockt das Ding“, doch dann war es doch eine etwas zähere Sache. Oder ich dachte: „Ich teste nur einmal, vielleicht geht es ja“ und dann kam überraschender Weise etwas ganz Tolles dabei heraus. Viele Moderatorinnen oder Moderatoren können halt super von einem Teleprompter ablesen, dem einen oder anderen fällt es aber auch schwer, ins „Leere“ zu sprechen.

Aber grundsätzlich drehen wir den Text immer Szene für Szene ab und das so lange, bis keine Versprecher mehr auftreten. Je nach Tagesform schaffen wir 2 bis 5 Videos am Tag.

Was passiert danach?

Die einzelnen Szenen werden dann zusammengeschnitten und die PowerPoint-Präsentation an die einzelnen Szenen angepasst. Im Ergebnis steht entweder die Moderation im Vordergrund oder die PowerPoint-Präsentation erscheint im Vollbild. Diese Abwechslung tut sicherlich auch beim Anschauen gut. Genau wie die Wiederholungen in den Lernvideos, die das Lernen erleichtern. Die Entwicklung von Lernkarten unterstützt letztlich auch noch den Lernerfolg. Zusätzlich können wir durch die Green box-Technik auch den Hintergrund variabel gestalten.

Je nach Güte der Aufnahme folgen ein bis zwei Qualitätsschleifen. Das eine oder andere Mal wird vielleicht noch ein Tippfehler in der Präsentation entdeckt. In zwei Fällen mussten wir noch einmal neu drehen, weil ein Sprechfehler beim „Dreh“ überhört wurde oder der Text an einer Stelle ungenau oder falsch war. Zum Schluss erfolgt dann die Freigabe durch die Mitglieder des Arbeitskreises BankColleg.

Was kannst Du den Teilnehmer abschließend noch mitgeben?

Da man schneller schaut als liest, ergibt es unter Umständen einen Sinn, sich zuerst die Videos anzuschauen und danach die Lerneinheit im Studienwerk zu lesen. So kann man dann möglicherweise über den einen oder anderen Absatz schneller hinweggehen.  Das verschafft mehr Zeit für die Freizeit.

Vielen Dank für Deine Zeit und das Interview Andreas!

Veröffentlicht am: 24.04.2019

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