Im Interview: Professor Dr. Marcus Bysikiewicz, Präsident der Euro-FH

Die Euro-FH in Zeiten der Corona-Pandemie

Hallo Herr Bysikiewicz, in welchem Bereich ist die Euro-FH von der Corona-Pandemie betroffen?

Die Euro-FH ist wie jedes Unternehmen in vielen Bereichen von der Krise betroffen: die persönlichen Auswirkungen durch die Kontaktsperre im Umgang mit anderen Menschen, die gesundheitlichen Auswirkungen durch die Krankheit und die wirtschaftlichen Auswirkungen. Die meisten unserer Kolleginnen und Kollegen befinden sich im Homeoffice, die verbleibenden Mitarbeiter vor Ort teilen sich somit auf viele Büros auf. Glücklicherweise haben wir noch keinen Covid 19-Fall in unserer Belegschaft. Wir haben zudem das Glück, dass unser Studienmodell auch in der Krise funktionsfähig bleibt: Wir haben dafür gesorgt, dass weiterhin Klausuren geschrieben werden können und die Präsenzseminare in Online-Seminare umgewandelt werden. Zudem merken wir, dass viele unserer Studierenden die Zeit nutzen, um einen Studienfortschritt zu generieren.      

Welche Lösungen haben Sie für die einzelne Bereiche gefunden? 

Das Fernstudienmodell beinhaltet pro Studiengang zwar wenig Seminare, in Summe sind es jedoch über 500 Seminare, die in Hamburg vor Ort stattfinden. Da wir aufgrund der Verordnungen keinen Präsenzbetrieb anbieten dürfen, haben wir alle Seminare in digitale Formate umgewandelt und bieten diese als Alternative an. Unsere Studierenden sind damit sehr zufrieden und können so auch in der Corona-Krise weiter studieren. Auch wenn der Präsenzbetrieb wieder eröffnet wird, werden wir wohl auch die digitalen Seminare weiter anbieten. 

Die größte Herausforderungen waren sicherlich die Prüfungsleistungen - wie haben Sie das gelöst?

Leider können wir die Klausurenstandorte in Deutschland in der Krise nicht mehr nutzen. Daher haben wir alle Klausuren in sogenannte Open-Book-Klausuren umgewandelt, bei denen die Studierenden ihre Unterlagen verwenden dürfen und somit nicht einfach nur Wissensfragen beantworten sollen, sondern Transferwissen und Anwendungsbezug verdeutlichen sollen. Die Klausuren werden unter Zeitvorgaben von zu Hause aus geschrieben. Diese Klausurform wird sehr gut angenommen, die Klausurergebnisse sind im Durchschnitt wie zuvor bei beaufsichtigten Klausuren, das Anforderungsniveau ist jedoch eher gestiegen.

Was nehmen Sie aus der Krise mit? 

Grundsätzlich konnten wir feststellen, dass unser Studienformat auch in der jetzigen Zeit gut zu nutzen ist, weil es in kürzester Zeit anpassungsfähig ist. Natürlich haben wir auch Studierende, die in der Krise aufgrund von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder fehlenden Aufträgen die Studiengebühren aussetzen oder reduzieren möchten, und das ist bei uns auch möglich. Bei vielen von unseren Anpassungen werden wir prüfen, ob diese auch nach der Krise übernommen werden können: Homeofficeregelungen für Mitarbeiter, Open-Book-Klausuren für ausgewählte Module, parallel angebotene Onlineseminare statt Präsenzseminare vor Ort. Damit können wir unser Studienformat noch flexibler und ortsunabhängiger gestalten und somit den Bedürfnissen Berufstätiger anpassen.

Vielen Dank für das Gespräch. 

Veröffentlicht am: 12.05.2020

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